Figur des heilige Nikolaus in der Klosterkirche Nikolausberg
Nikolaus erscheint dem Bischof Bardo von Mainz mit dem Auftrag, im südlichen Niedersachsen – am Rande seines Bistums – eine Kirche zu weihen. Es werde die letzte sein, die er weihen könne.
Bardo macht sich also in prächtiger Kleidung auf, begleitet von vielen Rittern und Reitern. Beim Statthalter in Rusteberg erkundigt er sich, wo denn die neue Kirche zu finden sei. Erst ein Dienstmann, der in Geismar wohnte, der einäugige Ritter Konrad von Geismar gibt ihm den rechten Bescheid.
Am Fuß des Berges von Ulrideshusen fühlt Bardo sich wie von unsichtbarer Hand zurückgezogen. Er begreift sogleich, dass es St. Nikolaus ist, der als bescheidener Mann allen äußeren Glanz und Prunk verachtet. Nachdem Bardo seine kostbaren Gewänder abgelegt hat, zeigte ihm eine Erscheinung mit geschwungenem Schwert den Weg. Der Erzbischof weiht die Kirche, verschließt die Reliquien in einer Kapsel und ließ neben der Kirche ein Kloster für die Augustinerinnen bauen. Der Ruhm des wundertätigen Heiligenbildes verbreitet sich in die ganze Welt und zieht viele Pilger an.
9 Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10 Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.
Er war ein erfolgreicher Fußballer, nach dem Ende seiner aktiven Karriere war er Trainer an manchen Orten in der Welt, zuletzt in Mexico. Als er letztes Jahr zurückkehrte in seine Heimatstadt Buenos Aires, da standen 26.000 Fans Spalier an den Straßen. Im Stadion feierten sie seine Heimkehr. Diese Woche ist er gestorben. Diego Maradona. Hunderttausende säumten die Straßen, als sein Sarg durch ein Spalier gefahren wurde, sie folgten tumultartig dem Leichenzug, so dass er aus Sicherheitsgründen abgebrochen wurde. Begleitet war der Zug von den lauten Rufen: „Er war ein König“. „Wir lieben ihn“. „Maradonna ist ewig“ stand auf Schals, die am Straßenrand von Verkäufern angeboten wurden. 10 € das Stück, 8 € für eine Tasse mit seinem Konterfei, 15 € eine kleine Statue für den Hausaltar. „Er war Gott“. Selbst die deutsche Presse überschlug sich. „Er ist eine Mischung aus Mozart und Picasso“. Donnerwetter. Er ergaunerte sein wichtigstes Tor bei der WM 186 mit der Hand. „Hand Gottes“ sagte er später. „Gott ist tot“, schrieb die WELT. „Diego ist ewig“ die BILD. Halleluja, Gelobt sei er. Sein letztes Worte war weniger spektakulär. Sein Neffe, der am Sterbebett saß, überlieferte es: „Mir ist schlecht“.
Wie entspannend dagegen, der ebenfalls diese Woche verstorben ist, mein Landsmann, Karl Dall. Still ist er während der Dreharbeiten zu „Rote Rosen“ in Lüneburg an einem Schlagfanfall eingeschlafen. In der Nordsee wird er ohne Aufsehen beerdigt. Keine Parade. Kein Spalier. Nicht Schummeleien und Größenwahn werden wir erinnern, sondern seine Witze: „Ostfriesen stehen immer früh um 5 Uhr auf, egal wie spät es ist“.
Dagegen die große Inszenierung beim Sport. Kinder ziehen Hand in Hand mit den Stars ins Stadion ein. Die Musik spielt „You never walk alone“, es könnte im Gesangbuch stehen.
Beim Eishockey ist es auch so. Einzug der Gladiatoren, selbst bei BG Göttingen im Basketball. Große Inszenierung.
Umso erstaunlicher, dass Jesus das Mittel auch beherrscht. Er hätte ja einfach zu Fuß zum Passahfest in Jerusalem einziehen können, seine Jünger und die Frauen hinterher. Nein, er inszeniert. Die Esel-Verleih-Firma weiß Bescheid, als die Jünger kommen. Er setzt sich auf den Esel und zieht ein. Die Leute jubeln. Stoffe auf den Straßen, Palmenzweige. Sie rufen, nicht Halleluja, sondern „Hosianna“. Herr, rette uns“.
Ja, die Sehnsucht nach dem starken Mann. Die kennen wir. Xi Yingping, Putin, Erdogan, Orban, all die andren. Bei Trump etwas verunglückt, diese Pose. Sie sind alle von gestern. Von morgen sind die starken Frauen. Jacida Adern, Präsidentin von Neuseeland. Sanna Maria, Präsidentin von Finnland. Sie sagen, Angela Merkel sei ihr Vorbild.
Die starken Männer sind von gestern. Sagt auch Jesu schon. Er bricht das Bild vom starken Mann. Er beherrscht die gängigen Methoden, benutzt sie, aber nicht in eigener Sache.
Als Matthäus davon erzählt, liegt es gerade 10 Jahre zurück, dass die römischen Soldaten auf Pferden in die Stadt einmarschierten und alles platt gemacht haben samt dem Tempel.
Und er erinnert, was Sacharja 500 Jahre vorher gesagt hat. Auch er kannte die einmaschierenden Rosse, die mit Macht vernichten. Man hat den Tempel zu Sacharjas Zeiten gerade mühsam aufgebaut. „Jerusalem, freue dich. Das wird nie wieder passieren“. Jesus bricht das Bild vom starken Mann und reitet auf dem Esel. Der Esel, der ist störrisch, den siehst du in keiner Dompteur-Szene im Zirkus. Er ist in unsere Umgangssprach eingegangen. „Du Esel“. „Hast du wieder Eselsohren in dein Heft gemacht“,eine „Eselsbrücke“ brauchen die Vergesslichen. „Ein Esel nennt sich selbst immer zuerst“. Diffamierung dieses kleinen nützlichen Tieres.
Ja, „sanftmütig ist er, gerecht, arm“.
Und, man überliest es fast: Er reitet auf einem Füllen, das ist ein Eselskind, ein Jungtier. Schon der Verweis auf den Stall von Bethlehem. Das Kind und der Esel. Er reitet auf seinem Gott-Vertrauen. Störrisch ist er gegenüber der Welt. Seine Botschaft von Sanftmut und Gerechtigkeit.
Nun gut, was soll’s für uns in Corona-Zeiten? Er wird Frieden gebieten allen Völkern. Gebieten ja, aber er hat es nicht gebracht. Der Friedensnobelpreisträger vom letzten Jahr läßt in Äthiopien gerade heute morgen die Stadt der Tigrai erorbern. Truppen ziehen ein, Panzer, die modernen Rosse. Krieg, Syrien, Libyen, Afghanistan. Nichts mit Friedenszeiten.
Wie gehen wir damit theologisch, geistlich um? Wenn wir die Worte der Propheten nicht hätten, dann würden wir abstumpfen, dann würden wir uns daran gewöhnen, an die Speerspitzen, an die Rosse und Reiter, die Kriegswagen. „Friede wird sein von einem Meer bis zum anderen“. Nein, ist nicht.
Eine geistliche Lösung unserer Spannung ist: Herr, öffne mir die Herzenstür. Ja, wenn das Herzen geöffnet ist, dann ist Friede. Ja, bei mir persönlich vielleicht. Aber dass gleichzeitig sich die Herzen aller Menschen öffnen. Wird es nicht geben in dieser Zeit. Macht, Geld, Männer werden weiter regieren.
Gut, dass wir die Bilder haben, dass die Wagen vernichtet und die Kriegsbogen gebrochen werden. So sind wir nicht eingedampft.
Und das andere: Aktuelle Wachsamkeit ist gefordert von uns. Trotz Masken, Abstand und alle den anderen Unannehmlichkeiten. Empfindsam sein für Unrecht. Wo menschenverachtenden Ideologie vertreten wird. Wir konzentrieren uns. In alter Zeit begann die Adventszeit Mitte November. 6 Wochen Bußzeit. Fastenzeit. Wir müssen in diesen Wochen auf vieles verzichten. So holt uns die alte Tradition 2020 wieder ein. Aber wir bleiben wachsam und werden nicht müde.
Ja, so ist der Einzug in Jerusalem keine private Geschichte, sondern eine politische Demonstration Jesu am 1. Advent.
Was tun? Hannah Arendt, die große Philosophin der politischen Theorie, rät zur Pflege der Freundschaft. Der Wert der Freundschaft liegt im Gespräch. Weniger das private Seelenleben breiten wir vor uns aus, sondern wir reden über die Welt, die wir miteinander teilen.
So soll sein es sein. Das Herz ist geöffnet, die Sinne sind hellwach.
Vor 15 Jahren gab es den „Lebendigen Adventskalender“ in Nikolausberg zum ersten Mal. Seitdem ist diese liebgewonnene Tradition vom 1. bis 23. Dezember bei uns nicht mehr wegzudenken. Jeden Abend versammelten sich Kleine und Große für etwa eine halbe Stunde vor einem dekorierten Fenster mit der jeweils aktuellen Zahl des Adventskalenders. Nur mittwochs war es anders: da trafen wir uns in der Kirche.
In diesem Jahr ist es jedoch wie so vieles andere auch unumgänglich, den „Lebendigen Adventskalender“ in Corona-gerechter Form stattfinden zu lassen.
Wir laden Sie herzlich dazu ein, den Advent bewusst zu „begehen“, innezuhalten und sich durch die besonders schön geschmückten Fenster auf die Advents- und Weihnachtszeit einzustimmen. Vielleicht finden Sie auch eine Adventsgeschichte, die die gastgebende Familie für Sie zwischen 18.00 und 19.00 Uhr ausgelegt hat. Vielleicht ergeben sich auch auf den Wegen zu und von den Adventshäusern nette Gespräche, soweit das die Kontaktbeschränkungen zulassen. Wir wollen uns dieses Jahr aber nicht vor den Türen versammeln.
Mittwochs möchten wir uns weiterhin bei Musik in der Kirche treffen. Bitte beachten Sie, dass die Corona-Regeln dort eingehalten werden müssen. Für die Mittwochabende wäre es für uns sehr hilfreich, wenn Sie sich unter https://nikolausberg.gottesdienst-besuchen.de/ dazu anmelden.
Das Adventskalender-Team freut sich auf Ihr Kommen!
Wir wünschen Ihnen allen, dass Sie gesund und wohlbehalten durch diese besondere Zeit kommen und wir uns im kommenden Jahr spätestens beim Öffnen eines der „Adventstürchen“ wiedersehen.
Da in den nächsten Tagen Bodenfrost droht, wird das Wasser für die Wasserstellen auf unserem Friedhof in Nikolausberg schon am Mittwoch, dem 25.11.2020, bis auf weiteres für den Winter abgestellt.
in diesem Jahr ist es an der Zeit mit einer lieb gewonnenen Tradition auszusetzen. Denn einen Koffer mit Maria und Josef vom 1. Advent an von Haus zu Haus durch unsere Gemeinde ziehen zu lassen, ist unter den aktuellen Gegebenheiten ein zu hohes Risiko für die beherbergenden Haushalte und wir würden es gerne vermeiden, dass das Heilige Paar (zu recht) abgewiesen wird. Bitte haben Sie Verständnis dafür.
Diese Frage beschäftigt Sie und uns, die wir in den letzten Jahren diese Aktion mit viel Engagement durchgeführt haben.
Für die diesjährige Aktion „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“ hatten wir einen genialen Plan für die Vorbereitung der Sternsinger. Das Sternsingermobil sollte vor St. Vinzenz Halt machen und die Kinder in sechs Kleingruppen mit einem abwechslungsreichen Spiel- und Mitmachangebot informieren. Im Anschluss daran hätten wir gern den Sternsingerfilm in der Kirche gezeigt. Angemeldet haben sich bisher 16 Kinder für diese Aktion. Doch leider hat uns das Mobil aufgrund der aktuellen Corona-Lage abgesagt.
Was nun? Die Anzahl der angemeldeten Kinder reicht hinten und vorne nicht, um Anfang des Jahres die Sternsingeraktion im üblichen Umfang durchzuführen. Wir brauchen und haben einen neuen Plan, um wie gewohnt alle Haushalte besuchen zu können.
Die Idee ist: Erwachsene, die selber Kinder haben – ein, zwei oder sogar drei – melden sich per Mail bis Weihnachten bei mir und erklären sich bereit, mit ihren Kindern plus Freund oder Freundin aus einem weiteren Haushalt, sich bei der Sternsingeraktion zu beteiligen, indem Sie Hausbesuche in Göttingen, Nikolausberg, Rohringen, Herberhausen, Lenglern, Weende und Bovenden übernehmen.
Diesen Erwachsenen werde ich den Link zum Film „Willi Weitzel unterwegs in der Ukraine“ zuschicken und mit ihnen Termine zur Übergabe der Gewänder, Sammeldosen, Straßenlisten, Stern und Kreide vereinbaren. Dann könnten wir am 9. Januar zu den Hausbesuchen aufbrechen. Natürlich werden wir in diesem Jahr nicht in die Wohnungen kommen, sondern vor der Haustür unseren Text aufsagen und ihnen den Segen der Hl. Nacht bringen.
Das funktioniert aber nur, wenn sich bis Weihnachten mindestens zwanzig Erwachsene bei mir per Mail melden und jeweils drei Kinder benennen können!
Sollte das nicht der Fall sein, werden wir keine Hausbesuche machen können, sondern alle Haushalte, die wir immer besucht haben, anschreiben und ihnen den Segen postalisch zukommen lassen. Das wäre allerdings sehr schade.
Es bleibt uns nur die Hoffnung und das Vertrauen in Sie. Wir, die Kinder in der Ukraine und weltweit brauchen Sie in dieser Zeit besonders!
am Mittwoch, den 11. November, um 16.30 im Pfarrgarten von St. Vinzenz
Liebe Familien,
leider müssen wir die St. Martinsfeier heute absagen. Es haben sich nur zwei Familien angemeldet. Ich hoffe, dass Sie diese Info noch rechtzeitig erhalten und nicht umsonst kommen.
Es ist wirklich schade. Als kleinen Trost, der nicht wirklich einer ist, hier die Geschichte, die unsere Laterne heute erzählt hätte:
Die Laterne des Heiligen Martin erzählt …
Heute sind aber viele Kinder hier her gekommen. Alle haben Laternen dabei! Da fühle ich mich aber wohl. Denn ich bin auch eine Laterne. Aber ich bin nicht so schön neu wie ihr. Ich bin schon gaaaaaanz alt. Ich bin die Laterne von einem Mann, der vor langer Zeit gelebt hat. Er hieß Martin. Ich habe ihn viele Jahre begleitet. Wir haben zusammen eine Menge erlebt.
Martins Vater war Soldat. Wisst ihr, was das ist, ein Soldat? Als Martin 15 Jahre alt war, sollte er auch Soldat werden. Er wollte gar nicht. Aber er musste. Ich höre noch die Stimme seines Vaters: „Du wirst Soldat!“ Also wurde Martin Soldat, obwohl er nicht wollte. Er war viel unterwegs. Und ich war oft dabei, gerade wenn es dunkel wurde. Martin war ein besonderer Mensch. Immer freundlich. Und Leute, denen es nicht gut ging, taten ihm leid. Er hat oft anderen geholfen. Das fand ich gut.
Einmal waren wir im Winter mit dem Pferd unterwegs. Es war eiskalt und schon sehr dunkel. Der Wind pfiff zwischen den Häusern hindurch. In meinem Lichtschein sah Martin auf einmal einen Mann im Schnee sitzen. Ganz allein. Er hatte fast keine Kleider an. Der Mann rief: „Helft mir doch, mir ist so kalt!“ Viele Leute gingen einfach an ihm vorbei. Aber wir hielten neben dem Mann an. Martin hatte nichts, was er dem Mann geben konnte. Also zog er seinen Mantel aus. Mich hat er auf dem Boden abgestellt. Ich wusste gar nicht, was er vorhatte. Dann nahm er sein langes Schwert. Damit Schnitt er den Mantel in zwei Teile. Eine Hälfte gab er dem armen Mann auf dem Boden. Die Andere zog er selbst wieder über. Was glaubt ihr, hat der Mann sich gefreut! Er wollte Martin gar nicht gehen lassen. „Danke, danke, guter Mann!“ Hat er gerufen, immer wieder. Ich seh ihn noch vor mir, wie er gestrahlt hat. Die anderen Soldaten haben Martin ausgelacht.. „Du siehst ja komisch aus mit einem halben Mantel!“ Aber das war Martin egal. Er ist einfach auf sein Pferd gestiegen und weitergeritten. Diesen Abend werde ich nie vergessen.
Ich will euch noch eine andere Geschichte von Martin erzählen. Es war einige Zeit, nachdem Martin seinen Mantel mit dem armen Mann geteilt hatte. Mitten in der Nacht. Mein Licht war aus. Martin hat tief und fest geschlafen. Und stellt euch vor: Er hat geschnarcht! Das klang so: "Schnarch, schnarch." Aber plötzlich wurde er ganz unruhig. Er hat sich hin und hergewälzt. Dann sah er ein ganz helles Licht. Nein, mein Licht war es nicht. Und stellt euch vor, was der Martin da gesehen hat! Er sah Jesus in der Gestalt des Bettlers. Und er hörte eine Stimme, die sagte: Ich war durstig, und du hast mir … ich hatte nichts zum Anziehen und du hast mir …Dann ist er aufgewacht. Er hat mein Licht angezündet, mitten in der Nacht! Dieses Erlebnis ließ Martin nicht mehr los. Er wollte sein Leben verändern. Von nun an wollte er kein Soldat mehr sein, sondern er wollte sich taufen lassen, ein Christ werden und ganz einfach leben. Ich sag euch: Von da an war alles anders. Wir waren auch nicht mehr so viel mit dem Pferd unterwegs.
Wir lebten draußen vor den Stadttoren. Manchmal kamen Menschen vorbei und schenkten uns etwas. Oder es kamen welche, die unsere Hilfe brauchten. Martin war für alle da und nannte sie seine Schwestern und Brüder. Und eines Tages wollten plötzlich die Leute in der Stadt Tours, dass Martin ihr Bischof wird. Das heißt, er sollte der Oberste für alle Christen in der Stadt sein. Glaubt ihr, Martin fand das gut? Nein, gar nicht. Martin hat gesagt: Nein, ich will das nicht! Aber die Leute haben ihn nicht in Ruhe gelassen. Also hat Martin sich versteckt. Und wisst ihr wo? Er hat mich mitgenommen. In einen Gänsestall. Er dachte: Hier drin sucht mich bestimmt keiner. Puh, ich sag euch, da drin hat es gestunken! Martin musste laut niesen, als wir da hineingekommen sind. Und wisst ihr, was dann passiert ist? Die Gänse haben angefangen zu schnattern. Und wie! Das war sooo laut! Das haben die Leute draußen gehört, die unbedingt wollten, dass Martin Bischof wird. Sie haben nachgeschaut, was im Gänsestall los ist. Und dann haben sie ihn natürlich gefunden. Jetzt konnte er sich nicht mehr wehren. Also wurde Martin der Bischof von Tours.
Liebe Grüße von Anna Kiefner, Verena Tretter und Bianca Nowak
Wir Kinderbischöfe freuen uns schon darauf, euch am Samstag, den 07. November 2020 ab 10:00 bis 11:30 Uhr in der Nikolausberger Kirche zum etwas anderen Kindergottesdienst zu treffen.
Danken und Bitten wird an diesem Vormittag im Vordergrund stehen. An verschiedenen Stationen in der Kirche könnt ihr mit unseren Kinderbischöfen, der Kinderbischofspatin und unserer Pastorin ins Gespräch kommen. Bitte kommt nicht alle gleich um 10:00 Uhr, denn wir können nur nacheinander an den Stationen sein. Seid gespannt, was wir für euch vorbereitet haben.
Eure Kinderbischöfe
Terry, Ida und Rasmus,
sowie die Patin der Kinderbischöfe Tina Garea Rodriguez und Pastorin Anna Kiefner.
das Gemeindebüro ist wieder zu den bekannten Öffnungszeiten (sh. https://nikolausberg.wir-e.de/wir-fuer-sie) von Frau Asselmeyer besetzt. Sie steht Ihnen also wieder uneingeschränkt zur Verfügung.
Beachten Sie aber bitte die Corona-bedingten Einschränkungen zum Infektionsschutz:
Klingeln am Büroeingang
Zutritt möglichst einzeln
Mund-Nasen-Bedeckung
Abstand halten: 1,5 Meter
Daher bitten wir Sie, sich möglichst vorher anzumelden.
Selbstverständlich können Sie Ihre Anliegen auch weiterhin per Fax oder per E-Mail an das Gemeindebüro richten.
Das sind doch nichts als leere Worte! Du musst deinen Worten Taten folgen lassen, sonst bist du unglaubwürdig! Was wir Menschen sagen und was wir Menschen tun, sind ganz oft zwei verschiedene Dinge. Sehr genau lässt sich dieses Phänomen am Anfang eines jeden neuen Jahres beobachten. Die guten Vorsätze sind groß und vor allem sind es meist viele, die auf Umsetzung warten. Bei mir warten sie häufig sehr lange auf ihre Umsetzung - diese guten Vorsätze. Wie sieht das bei Ihnen aus? Warten die Vorsätze auch noch? Wenn ja, ist das nächste neue Jahr nicht mehr so weit entfernt und wir könnten unsere alten Vorsätze einfach zu unseren neuen Vorsätzen machen. Aber wie geht es uns selbst damit, wenn unsere Vorsätze, oder unsere Versprechungen an uns und an andere so sehr von unseren Taten abweichen? Der amerikanische Sozialpsychologe Leon Festinger hat dafür einen Begriff festgelegt: Kognitive Dissonanzen. Er bezeichnete damit all unsere Handlungen, die sich widersprüchlich zu unseren Meinungen und Überzeugungen zeigen. So sperrig sein Begriff auch ist – „kognitive Dissonanzen“ – so treffend ist seine Sperrigkeit für unser Gefühl, das bei einer kognitiven Dissonanz entsteht: Wir sind von etwas überzeugt, erzählen vielleicht sogar voller Freude von unseren Plänen und Zielen und in der Realität stellen wir dann fest, dass es nicht so richtig funktioniert, dass wir unsere Pläne gar nicht umsetzen können, dass wir die hoch gesteckten Ziele nicht erreichen. So oder so ähnlich muss es bereits den ersten Jüngern Jesu ergangen sein, denn in der Apostelgeschichte erfahren wir davon, dass auch sie nicht alle Aufgaben gleichzeitig erledigen konnten. Die Apostel waren vor allem für das Gebet, also für die Worte zuständig, dabei kamen recht schnell die guten Taten zu kurz. Aber hört selbst (Apg 6,1-7): „In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia. Diese stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten ihnen die Hände auf. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.“ Aus der Geschichte erfahren wir, dass die Apostel einige ihrer wichtigsten Aufgaben an geeignete Menschen abgeben. Stephanus, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus waren also die ersten Christen, die diakonisch tätig waren. Sie zeigten durch Taten der Liebe - wie das Versorgen der bedürftigen Witwen mit Essen - dass die Worte der Apostel nicht nur leere Worte waren. Neben den Worten stehen die Taten und somit konnten sich die Apostel wieder auf ihre Gebete und Worte besinnen und wussten, dass die Taten nicht ausblieben.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Geschichte sehr erleichternd finde. Sie zeigt mir, dass schon von Beginn an die Aufgaben untereinander verteilt wurden. Der eine war für das Zuhören und Beten zuständig, der andere für die ganz praktische Hilfe durch die Versorgung mit Lebensmitteln. Keine musste alles alleine bewerkstelligen. Jede war mit ihren Gaben gerne gesehen und jeder wurde mit seinen Aufgaben und Begabungen willkommen geheißen. Lässt sich diese biblische Geschichte evtl. auch auf unsere "kognitiven Dissonanzen" übertragen? Ich denke irgendwie schon. Denn wir dürfen auch mit unseren großen Aufgaben und Zielen gnädig umgehen. Vielleicht manchmal weniger versprechen, dafür mehr handeln, dabei aber ganz bewusst auf unsere Möglichkeiten schauen und vor allem andere mit einbeziehen. Jede nach ihren Gaben und jeder mit seiner Begabung. Wann haben Sie zuletzt etwas mit jemand anderem zusammen geschafft? Gibt es Ziele und Aufgaben, die Sie in Zukunft lieber zusammen angehen sollten? Fest steht, dass einer bzw. eine bei all unseren Vorhaben an unserer Seite ist und das ist Gott, seine heilige Geistkraft schenkt uns Mut und Zuversicht. Sein Sohn, Jesus Christus, hat uns gezeigt, dass wir Menschen sind und Fehler machen. Doch Gott ist genauso derjenige, der uns mit unseren Gaben und Begabungen geschaffen hat. Gott sieht uns so an, wie wir einst sein werden und er legt seinen Segen auf unser Tun und auf unser Wort - mit all den "kognitiven Dissonanzen" - aber mit der Beruhigung, dass wir damit umgehen lernen und dass wir es schaffen, unter seinem Segen seine Taten und Worte zu tun.